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Kundgebung des Landesfrauenrats: Genug ist genug!

Aktuelles Veranstaltung

Zu einer öffentlichen Kundgebung unter dem Motto „#OhneUns“ hatte der Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt e.V. am 9. März zu einer öffentlichen Kundgebung auf den Bahnhofsvorplatz in Magdeburg eingeladen.

Menschen auf einem Marktplatz
Öffentliche Kundgebung unter dem Motto „#OhneUns“ auf dem Bahnhofsvorplatz in Magdeburg. Foto: Monika Lück

 Zu einer öffentlichen Kundgebung unter dem Motto „#OhneUns“ hatte der Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt e.V. am 9. März zu einer öffentlichen Kundgebung auf den Bahnhofsvorplatz in Magdeburg eingeladen.

Gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten des Landes, den Gewerkschaften, dem Volksbad Buckau und dem TöchterKollektiv sowie vielen weiteren engagierten Initiativen und zahlreichen Partner*innensagten sie deutlich: Genug ist Genug! Ohne uns steht alles still.

Die Kundgebung wurde von Redebeiträgen der Landesgleichstellungsbeauftragten, Vertreter*innen der Gewerkschaften, des Landesfrauenrates und des TöchterKollektivs begleitet. Die Künstlerin Lena Stoehrfaktor sorgte für die musikalische Umrahmung und setzte künstlerisch-politische Impulse.

Alle Teilnehmenden haben sichtbar gemacht, was sie bewegt, welche alltäglichen Selbstverständlichkeiten sie heute bewusst nicht übernehmen, um die Mehrfachbelastungen von Frauen zu verdeutlichen. Zudem bestand an verschiedenen Informationsständen die Möglichkeit zum Austausch und zur Vernetzung.„Frauen leisten in Deutschland noch immer einen großen Teil der unbezahlten Sorge- und Pflegearbeit (durchschnittlich rund neun Stunden mehr und 44,3 Prozent mehr unbezahlte Arbeit)“, weiß Monika Lück, Landesfrauensprecherin SoVD Landesverband Mitteldeutschland, „arbeiten häufig in schlechter vergüteten Berufsgruppen (Gender Pay Gap 2025: Frauen verdienen im Schnitt 16 Prozent weniger als Männer) und begegnen strukturellen Hürden, die ihre beruflichen und privaten Chancen einschränken (bereinigte Lohnlücke weiterhin sechs Prozent  – selbst bei gleicher Qualifikation und vergleichbarer Tätigkeit).“

An diesem Tag lieferte auch ein eindrucksvolles Beispiel der Stärke der Frauen in Island im Oktober 1975: Damals ließen Millionen Frauen ihre regulären Tätigkeiten ruhen – beruflich wie privat, um zu zeigen, wie sehr die Gesellschaft von ihrer Arbeit abhängt. Das öffentliche Leben verlangsamte sich spürbar und viele Menschen erkannten an diesem Tag, wie selbstverständlich die Leistungen angenommen, aber nicht wertgeschätzt werden. Diese historische Aktion wurde später für Island zu einem Meilenstein auf dem Weg zu mehr Gleichstellung.